Viele Gründer. Eine gemeinsame Idee.
2015 gründete ich startup300 gemeinsam mit Bernhard Lehner und 86 Business Angels. Wir wollten Erfahrung, Kapital und unternehmerische Energie zusammenbringen. Daraus entstanden eine Plattform und ein Beteiligungsportfolio, die meinen Blick auf Unternehmen nachhaltig erweitert haben.
Über die Jahre habe ich dort hunderte Geschäftsmodelle und Pitches kennengelernt. Mich interessiert daran bis heute das Zusammenspiel: Wer ist der Kunde? Welches Problem wird gelöst? Wo entsteht wirtschaftlicher Wert? Welche Annahme muss stimmen, damit das Unternehmen wachsen kann? Ein Geschäftsmodell ist für mich ein wenig wie ein Rubik’s Cube. Dreht man an einer Seite, verändert sich oft mehr, als man zunächst sieht.

Das eigene Geschäftsmodell wurde anspruchsvoller
2016 wurde aus der GmbH eine AG. Damit kamen zusätzliche Strukturen und Verantwortung hinzu: Satzung, Organe, Prüfungen, Kapitalmaßnahmen und ein breiter Aktionärskreis. Als Vorstand habe ich diese Prozesse selbst mitgestaltet und umgesetzt.
Mit factory300 in der Tabakfabrik Linz bekam das Ökosystem einen physischen Ort. Mit der Übernahme von Pioneers 2018 und der Einbindung von CONDA erweiterte sich die Gruppe um weitere Geschäftsmodelle. Parallel war ich an der Gründung des Venture-Capital-Fonds capital300 beteiligt. Jede dieser Perspektiven stellte andere Anforderungen an Kapital, Führung und Zusammenarbeit.

Kapitalmarkt ist auch Alltag
Die Aufnahme in den direct market plus der Wiener Börse war ein sichtbarer Meilenstein. Für mich ist aber ebenso prägend, was nach einem solchen Tag kommt: Aktionärskommunikation, Hauptversammlungen, laufender Handel, die Zusammenarbeit mit Market Maker und Wiener Börse sowie wiederkehrende Kapital- und Governance-Fragen.
Ich habe Bar- und Sacheinlagenkapitalerhöhungen ebenso begleitet wie Wandelfinanzierungen und ihre spätere Umsetzung. Eine Finanzierung endet nicht mit einer Zusage. Bedingungen, Beschlüsse, Dokumentation und Vollzug müssen zusammenpassen. Diese praktische Erfahrung hilft mir heute, Finanzierungsvorschläge aus mehreren Blickwinkeln zu beurteilen.

Vom einzelnen Unternehmen zum Portfolio
Bei startup300 war ich zugleich Unternehmer und Investor. Ich musste Geschäftsmodelle vergleichen, Akquisitionen beurteilen und überlegen, wo Kapital sinnvoll eingesetzt ist. Dabei sind ein gutes Unternehmen und ein gutes Investment nicht automatisch dasselbe.
Die Übernahme und Integration von Pioneers sowie die CONDA-Transaktion verbanden Strategie mit Bewertung, rechtlichen Strukturen und konkreter Umsetzung. In meiner eigenen Vorstandsfunktion erlebte ich außerdem, welche Qualität von Vorbereitung und Berichterstattung ein Aufsichtsrat braucht, um tatsächlich urteilen zu können.
Diese Jahre haben mir eine breite Perspektive gegeben. Sie haben auch gezeigt, wie schnell ein lebendiges Ökosystem zu einer anspruchsvollen Organisation wird. Wachstum schafft Möglichkeiten und erhöht gleichzeitig den Bedarf an Prioritäten, nachvollziehbaren Zahlen und klarer Verantwortlichkeit.

Was ich daraus mitnehme
Erfahrung, die bleibt.
- Ein Geschäftsmodell lässt sich erst beurteilen, wenn wirtschaftliche Logik und Zahlen zusammenpassen.
- Mit wachsender Komplexität müssen Steuerung, Kapitalstruktur und Governance mitwachsen.
- Kapitalmarktkompetenz entsteht auch in der laufenden Arbeit nach dem Börsenstart.
